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Länderrisiko: Sudan

Flagge Sudan

🇸🇩 Sudan (engl. Sudan)

Embargo / Sanktionen
⚠️ Ja / UN-, EU-, Konflikt- und Einzelsanktionsbezug prüfen
FATF gelistet
❌ Nein / MENAFATF MER 2012 / Follow-up
EU-Hochrisikoland
⚠️ Aktuelle EU-Liste und Sanktionen prüfen
Nationale Risikoanalyse DE
⚠️ Krieg, Sanktionen, Gold, Bargeld, Korruption, NPOs, Waffen, TF & Grenzhandel relevant

🔎 Kurzbewertung

Gesamtrisiko: HOCH

Score: 90 / 100

Sudan ist aktuell nicht auf der FATF-Grey-List geführt, verfügt aber über einen älteren MENAFATF-Mutual-Evaluation-Hintergrund und weist wegen Krieg, Sanktionen, Staatsfragilität und Konfliktwirtschaft ein sehr hohes AML/CFT-Risikoprofil auf. Relevante Faktoren sind Goldhandel, bewaffnete Gruppen, Korruption, PEPs, Bargeld, informelle Transfers, NPO-/Hilfsgelder, humanitäre Lieferketten, Waffen- und Treibstoffströme, Grenzhandel, TF-Risiken, Sanktionsumgehung und Drittstaatenzahlungen.

📊 Risiko-Dashboard

FATF / EU / Sanktionen
24 / 30
Korruption / Staatsfragilität
20 / 20
Konflikt- / TF-Risiken
20 / 20
Finanzsystem / Aufsicht
14 / 15
Gold / Bargeld / NPOs
15 / 15

🔍 Detailanalyse

FATF-/MENAFATF-Status

Sudan ist MENAFATF-Mitglied. Die Mutual Evaluation wurde 2012 veröffentlicht; spätere Follow-ups behandelten technische Fortschritte. Eine aktuelle FATF-Grey-List- oder Black-List-Einstufung besteht nicht, gleichwohl ist die Einzelfallrelevanz wegen Krieg und Sanktionen sehr hoch.

Krieg, Sanktionen, Gold und bewaffnete Gruppen

Das zentrale Risikoprofil ergibt sich aus Krieg, bewaffneten Gruppen, Goldhandel, Bargeld, Treibstoff- und Waffenströmen, Sanktionsumgehung, Korruption, PEPs und schwer nachvollziehbarer wirtschaftlicher Kontrolle.

NPOs, Hilfsgelder, Grenzhandel und informelle Transfers

Weitere Risiken bestehen bei NPO-/NGO-Zahlungen, humanitären Lieferketten, Endverwendung, Empfängertransparenz, informellen Transfers, Grenzhandel mit Tschad, Südsudan, Ägypten, Eritrea, Libyen und Äthiopien sowie Drittstaatenzahlungen.

⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte

  • Sudan-Bezug grundsätzlich als hohes Risiko behandeln, auch ohne aktuelle FATF-Grey-List-Einstufung.
  • EDD bei Gold, NPOs, Hilfsgeldern, Bargeld, Waffen-/Konflikt-, Sanktions-, Staatssektor-, PEP- oder TF-Bezug anwenden.
  • Empfängertransparenz, Endverwendung, Mittelherkunft, UBO-Ketten und Drittstaatenrouten besonders dokumentieren.
  • Sanktions-, TF-, Konflikt-, Korruptions-, Gold- und Negative-Media-Indikatoren eng verzahnen.

🧭 Handlungsempfehlungen

  • Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Sudan-Bezug nur nach dokumentierter Einzelfallfreigabe behandeln.
  • Monitoring auf Gold-, Hilfsgeld-, Bargeld-, Drittstaaten-, Sanktions-, Konflikt- und TF-Muster ausrichten.
  • Endverwendungs-, Empfänger-, UBO- und Lieferkettennachweise bei Hilfs-, Projekt- und Rohstoffzahlungen einholen.
  • MENAFATF-/FATF-Status, UN-/EU-Sanktionen und Konfliktlage regelmäßig aktualisieren.

📚 Quellen

  • FATF – Sudan Country Page
  • MENAFATF – Sudan Mutual Evaluation Report 2012 / Follow-up Reports
  • FATF – High-Risk and Monitored Jurisdictions
  • UN Security Council / EU Sanctions – Sudan
  • Transparency International – Corruption Perceptions Index
  • Global Organized Crime Index
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