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Länderrisiko: Kolumbien

Flagge Kolumbien

🇨🇴 Kolumbien (engl. Colombia)

Embargo / Sanktionen
❌ Nein / Drogen-, Sanktions- und PEP-Screening relevant
FATF gelistet
❌ Nein / GAFILAT Enhanced Follow-up
EU-Hochrisikoland
❌ Nein
Nationale Risikoanalyse DE
⚠️ Drogen, Gold, Korruption, TBML, Bargeld, Immobilien & VASP relevant

🔎 Kurzbewertung

Gesamtrisiko: HOCH

Score: 76 / 100

Kolumbien ist aktuell nicht FATF-gelistet, bleibt aber aufgrund erheblicher Vortatrisiken hoch relevant. GAFILAT nahm Kolumbiens Mutual Evaluation Report 2018 an; der FATF/GAFILAT Follow-up 2023 stellt wichtige Fortschritte fest und bewertete Recommendations 10 und 12 von „partially compliant“ auf „largely compliant“ hoch. Praktisch bestehen hohe Risiken durch Kokainhandel, bewaffnete Gruppen, illegales Gold, Umweltkriminalität, Korruption, Bargeld, TBML, Immobilien, Export-/Importstrukturen, VASP/Krypto, Grenzregionen und PEPs.

📊 Risiko-Dashboard

FATF / EU Listen
8 / 30
Korruption / PEPs
18 / 20
Organisierte / Drogenrisiken
20 / 20
Finanzsystem
13 / 15
Gold / TBML / Bargeld
19 / 15*

*Intern bitte auf 15 deckeln; erhöhte Darstellung wegen Drogen-, Gold-, Umwelt-, Bargeld-, TBML- und bewaffnete-Gruppen-Risiken.

🔍 Detailanalyse

FATF-/GAFILAT-Status

Kolumbien ist Mitglied von GAFILAT. Der Mutual Evaluation Report wurde im Juli 2018 angenommen; der FATF/GAFILAT Follow-up Report 2023 analysiert Fortschritte bei technischen Compliance-Defiziten und berichtet Re-Ratings für Recommendations 10 und 12 auf „largely compliant“.

Drogenhandel, bewaffnete Gruppen und illegales Gold

Das zentrale Vortatrisiko ist der Drogenhandel, insbesondere Kokain. Weitere Risikofelder sind bewaffnete Gruppen, Erpressung, illegales Gold, Umweltkriminalität, illegaler Bergbau, Schmuggel, Menschenhandel, Waffenhandel und Grenzkriminalität.

TBML, Immobilien, Korruption und VASP

AML-relevant sind Handelsfinanzierung, Über-/Unterfakturierung, Export-/Importstrukturen, Immobilien, Bau, Bargeld, PEPs, Korruption, Steuerdelikte, VASP/Krypto, Zahlungsdienstleister und wirtschaftlich schwer nachvollziehbare Mittelherkunft.

⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte

  • Kolumbien nicht pauschal als FATF-Hochrisikoland einstufen, aber wegen Drogen-, Gold-, Bargeld-, TBML-, PEP- und Korruptionsrisiken erhöht bis hoch bewerten.
  • Source of Funds und wirtschaftlichen Zweck bei Handels-, Immobilien-, Gold- und Rohstoffgeschäften dokumentieren.
  • Drogen-, bewaffnete-Gruppen-, Gold-, Umwelt-, Korruptions- und Negative-Media-Indikatoren einbeziehen.
  • Grenzüberschreitende Zahlungen, Bargeldmuster und VASP-Bezug risikobasiert analysieren.

🧭 Handlungsempfehlungen

  • EDD bei Drogen-, Gold-, Bergbau-, Immobilien-, VASP-, PEP-, Bargeld-, TBML- oder Grenzbezug prüfen.
  • Monitoring auf Bargeld-, Split-, TBML-, Drogen-, Gold-, Krypto- und Drittstaatenmuster ausrichten.
  • UBO-Strukturen, wirtschaftliche Kontrolle und Mittelherkunft bei Projekt- und Handelsgesellschaften dokumentieren.
  • GAFILAT-/FATF-Follow-ups und nationale SAGRILAFT-/UIAF-Entwicklungen regelmäßig berücksichtigen.

📚 Quellen

  • FATF – Colombia Country Page
  • FATF/GAFILAT – Colombia Mutual Evaluation Report 2018
  • FATF/GAFILAT – Colombia Follow-up Report 2023
  • FATF – High-Risk and Monitored Jurisdictions
  • Unidad de Información y Análisis Financiero Colombia – AML/CFT Context
  • Transparency International – Corruption Perceptions Index
  • Global Organized Crime Index
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