Länderrisiko: Jordanien
🇯🇴 Jordanien (engl. Jordan)
❌ Nein / Regional- und Sanktionsscreening erforderlich
❌ Nein / MENAFATF Follow-up 2025
❌ Nein
⚠️ Regional-, TF-, Flüchtlings-, NPO-, Bargeld- und Syrien-/Irak-Bezug relevant
🌍 Weitere Länderinformationen
🔎 Kurzbewertung
Gesamtrisiko: MITTEL-HOCH
Score: 61 / 100
Jordanien ist aktuell nicht FATF-gelistet. Das Land wurde in der Vergangenheit intensiv beobachtet und hat laut MENAFATF/FATF Follow-up 2025 die meisten technischen Defizite adressiert. Praktisch relevant bleiben regionale Konflikt- und Flüchtlingskontexte, Syrien-/Irak-/Palästina-Bezug, Terrorismusfinanzierung, NPO-/Hilfsgelder, Bargeld, Immobilien, Gold, Wechselstuben, Korruption und grenzüberschreitende Zahlungsströme.
📊 Risiko-Dashboard
8 / 30
14 / 20
15 / 20
12 / 15
17 / 15*
*Intern bitte auf 15 deckeln; erhöhte Darstellung wegen TF-, NPO-, Hilfsgelder-, Bargeld- und Nachbarstaatenrisiken.
🔍 Detailanalyse
FATF-/MENAFATF-Status
Jordanien ist MENAFATF-Mitglied. Der Follow-up Report 2025 analysiert die Fortschritte bei technischen Compliance-Defiziten aus dem Mutual Evaluation Report 2019. Laut FATF hat Jordanien die meisten der identifizierten Mängel adressiert und mehrere Empfehlungen wurden hochgestuft.
Regionalrisiken, NPOs und Terrorismusfinanzierung
Jordanien liegt in einem besonders sensiblen regionalen Umfeld mit Syrien-, Irak-, Westbank-/Gaza- und Flüchtlingsbezug. AML/CFT-relevant sind humanitäre Zahlungen, NPO-/NGO-Strukturen, Empfängertransparenz, Spendenströme, Bargeld, Wechselstuben, Remittances und Drittstaatenzahlungen.
Immobilien, Gold, Bargeld und Korruption
Weitere Risiken bestehen bei Immobilieninvestitionen, Bau, Gold- und Edelmetallhandel, Bargeldgeschäften, Handelsfinanzierung, PEPs, öffentlichen Aufträgen, Schmuggel, Steuerdelikten und wirtschaftlich schwer nachvollziehbaren Mittelherkünften.
⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte
- Jordanien nicht pauschal als Hochrisikoland einstufen, aber bei NPO-, TF-, Syrien-/Irak-/Palästina-, Bargeld- oder Immobilienbezug erhöht prüfen.
- Hilfsgelder, Spenden, Empfängertransparenz und Endverwendung dokumentieren.
- PEP-, Korruptions-, Gold-, Wechselstuben- und Immobilienrisiken risikobasiert einbeziehen.
- Source of Funds und wirtschaftlichen Zweck bei grenzüberschreitenden Zahlungen plausibilisieren.
🧭 Handlungsempfehlungen
- EDD bei NPO-/NGO-, Charity-, TF-, Bargeld-, Gold-, Immobilien- oder Nachbarstaatenbezug prüfen.
- Sanktions-, PEP-, TF-, Negative-Media- und Empfängerscreening eng verzahnen.
- Transaktionsmonitoring auf Split-, Bargeld-, Remittance-, Charity- und Drittstaatenmuster ausrichten.
- Jordanien-Risiken in der Länderrisikoanalyse als regional abhängige Expositionsrisiken behandeln.
📚 Quellen
- FATF – Jordan Country Page
- FATF / MENAFATF – Jordan Follow-up Report 2025
- MENAFATF – Jordan Mutual Evaluation Report 2019
- FATF – High-Risk and Monitored Jurisdictions
- Jordan AMLU – Mutual Evaluation / Follow-up Information
- Global Organized Crime Index 2025