Länderrisiko: Island
🇮🇸 Island (engl. Iceland)
❌ Nein
❌ Nein
❌ Nein / EWR-Staat
⚠️ Keine spezifische Angabe
🌍 Weitere Länderinformationen
Ergänzende Informationen zu Geografie, politischem System, Wirtschaftslage und allgemeinem Länderrisiko.
Hinweis: Diese Quellen dienen der allgemeinen Länderinformation und wirtschaftlichen Kontextualisierung. Die AML-Risikobewertung erfolgt separat anhand von FATF, EU-Hochrisikoliste, Korruptionsindikatoren, organisierter Kriminalität und weiteren risikobasierten Faktoren.
🔎 Kurzbewertung
Gesamtrisiko: NIEDRIG-MITTEL
Score: 31 / 100
Island ist aktuell nicht FATF-gelistet und nicht als EU-Hochrisikoland einzuordnen. Nach der Mutual Evaluation 2018 und Follow-up-Prozessen hat Island sein AML/CFT-System gestärkt; es war zwischen Oktober 2019 und Oktober 2020 unter FATF-Monitoring, ist aber nicht mehr gelistet. Das aktuelle AML-Risiko ist insgesamt niedrig bis moderat, bleibt aber bei Tourismus, Immobilien, digitalen Zahlungen, Menschenhandel, Arbeitsausbeutung, Drogenhandel und grenzüberschreitenden Strukturen relevant.
📊 Risiko-Dashboard
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🔍 Detailanalyse
FATF- und EU-Status
Island ist aktuell nicht auf der FATF-Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Überwachung geführt. Die FATF-Länderseite beschreibt, dass Island nach der Bewertung 2018 und Follow-up-Berichten 2019 und 2020 mehrere Maßnahmen zur Stärkung seines AML/CFT-Rahmens ergriffen hat. Island war von Oktober 2019 bis Oktober 2020 im FATF-Increased-Monitoring-Prozess. ([fatf-gafi.org](https://www.fatf-gafi.org/en/countries/detail/Iceland.html?utm_source=chatgpt.com))
Korruption
Island weist im internationalen Vergleich ein sehr niedriges Korruptionsniveau auf. Für AML-Prüfungen relevant bleiben jedoch PEP-Bezug, öffentliche Aufträge, Fischerei- und Tourismuswirtschaft, Immobilien, internationale Vermögensstrukturen und grenzüberschreitende Zahlungsströme.
Organisierte Kriminalität & Geldwäsche
Der Global Organized Crime Index 2025 beschreibt, dass Island nationale Regelungen zu organisierter Kriminalität, Menschenhandel, Drogen und Geldwäsche weiterentwickelt hat; gleichzeitig bleiben Verfolgung und Verurteilungen bei Menschenhandel niedrig. Relevante AML-Risiken bestehen insbesondere bei Arbeitsausbeutung, Tourismus, Drogenhandel, digitalen Zahlungen, Immobilien und wirtschaftlich schwer nachvollziehbaren grenzüberschreitenden Finanzströmen. ([ocindex.net](https://ocindex.net/assets/downloads/2025/english/ocindex_profile_iceland_2025.pdf?utm_source=chatgpt.com))
Finanzsystem, Tourismus und digitale Zahlungen
Island verfügt über ein kleines, aber entwickeltes Finanzsystem. Risiken entstehen vor allem bei grenzüberschreitenden Zahlungen, touristischen Dienstleistungen, Immobilien, Krypto-/digitalen Zahlungsmodellen, Fischerei- und Handelsstrukturen sowie bei Kunden mit komplexer wirtschaftlicher Herkunft.
⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte
Island sollte grundsätzlich nicht als Hochrisikoland eingestuft werden. Bei Tourismus-, Immobilien-, Fischerei-, digitalen Zahlungs-, Menschenhandels- oder Arbeitsausbeutungsbezug ist jedoch eine risikobasierte Prüfung sinnvoll.
- Keine pauschale Hochrisikoeinstufung aufgrund des Länderstatus.
- Tourismus-, Immobilien-, Fischerei- und Zahlungsdienstleistungsbezug risikobasiert prüfen.
- Arbeitsausbeutung und Menschenhandel als Vortatrisiken berücksichtigen.
- UBO-Strukturen und Source of Funds bei grenzüberschreitenden Strukturen dokumentieren.
🧭 Handlungsempfehlungen
- Risikobasierte KYC-Prüfung bei Kunden mit Island-Bezug.
- Vertiefte Prüfung bei Immobilien-, Tourismus-, Fischerei- oder digitalem Zahlungsbezug.
- Negative-Media-, PEP- und Sanktionsscreening bei erhöhtem Risiko anwenden.
- Wirtschaftlichen Zweck und Mittelherkunft bei internationalen Zahlungsströmen plausibilisieren.
📚 Quellen
- FATF – Iceland Country Page / Mutual Evaluation / Follow-up
- FATF – Jurisdictions under Increased Monitoring
- European Commission – High-risk third countries
- Transparency International – Corruption Perceptions Index
- Global Organized Crime Index 2025 – Iceland Profile