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Länderrisiko: Libanon

Flagge Libanon

🇱🇧 Libanon (engl. Lebanon)

Embargo / Sanktionen
⚠️ Sanktions- und TF-Screening besonders relevant
FATF gelistet
✅ Ja / Increased Monitoring
EU-Hochrisikoland
⚠️ Aktuelle EU-Liste prüfen
Nationale Risikoanalyse DE
⚠️ Bankenkrise, Bargeld, TF, Sanktionen, Korruption & Beneficial Ownership relevant

🔎 Kurzbewertung

Gesamtrisiko: HOCH

Score: 84 / 100

Der Libanon ist seit Oktober 2024 auf der FATF-Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Überwachung. Das Risikoprofil ist durch Banken- und Wirtschaftskrise, stark gestiegene Bargeldnutzung, Terrorismusfinanzierungs- und Sanktionsrisiken, Beneficial-Ownership-Defizite, Korruption, schwache Strafverfolgung, Immobilien, Wechselstuben, Remittances, NPOs und regionale Konfliktlage geprägt.

📊 Risiko-Dashboard

FATF / EU Listen
25 / 30
Korruption / Governance
19 / 20
Organisierte / konfliktbezogene Risiken
18 / 20
Finanzsystem / Bankenkrise
15 / 15
TF / Bargeld / Remittances
15 / 15

🔍 Detailanalyse

FATF-/MENAFATF-Status

Libanon ist Mitglied von MENAFATF. Die FATF setzte Libanon im Oktober 2024 auf die Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Überwachung; zuvor hatten Berichte auf Defizite bei Geldwäschebekämpfung, Beneficial Ownership sowie internationaler Zusammenarbeit beim Einfrieren und Einziehen von Vermögenswerten hingewiesen. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

Bankenkrise, Bargeldwirtschaft und Kapitalflüsse

Seit der Banken- und Finanzkrise hat die Bargeldwirtschaft erheblich an Bedeutung gewonnen. AML-relevant sind Wechselstuben, informelle Zahlungswege, Remittances, Immobilien, Gold, Bargeldtransporte, Kapitalflucht, Offshore-Strukturen, wirtschaftlich nicht nachvollziehbare Mittelherkunft und eingeschränkte Transparenz im Finanzsystem.

Terrorismusfinanzierung, Sanktionen und regionale Konfliktlage

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Terrorismusfinanzierung, Sanktionslisten, politisch exponierten Personen, NPO-/NGO-Strukturen, humanitären Zahlungen, Syrien-/Iran-/Palästina-Bezug, Empfängertransparenz und Endverwendungskontrolle erforderlich.

⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte

  • Libanon-Bezug aufgrund FATF-Increased-Monitoring grundsätzlich als erhöhtes bis hohes Risiko behandeln.
  • Beneficial Ownership, wirtschaftliche Kontrolle, Source of Funds und Source of Wealth vertieft dokumentieren.
  • TF-, Sanktions-, NPO-, Bargeld-, Wechselstuben-, Remittance- und Immobilienrisiken konsequent prüfen.
  • PEP-, Korruptions-, Negative-Media- und Drittstaatenbezug besonders beachten.

🧭 Handlungsempfehlungen

  • EDD bei Libanon-Bezug regelmäßig prüfen.
  • Sanktions-, TF-, PEP-, BO- und Negative-Media-Screening eng verzahnen.
  • Transaktionsmonitoring auf Bargeld-, Remittance-, Split-, Drittstaaten-, Charity- und Immobilienmuster ausrichten.
  • Geschäftsbeziehungen mit unklarer Mittelherkunft, Bargeldintensität oder politischem Bezug nur nach dokumentierter Einzelfallfreigabe fortführen.

📚 Quellen

  • FATF – Lebanon Country Page / MENAFATF Mutual Evaluation
  • FATF – Jurisdictions under Increased Monitoring, October 2024
  • MENAFATF – Lebanon Mutual Evaluation Report
  • Reuters / Financial Times – Lebanon Grey Listing 2024
  • Transparency International – Corruption Perceptions Index
  • Global Organized Crime Index 2025
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